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Die Landwirte in Deutschland haben im vergangenen Jahr erneut weniger Klärschlamm zu Düngezwecken ausgebracht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) heute mitteilte, wurde 2016 eine Trockenmasse von rund 423 500 t Klärschlamm aus kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen als Nährstoff in der Landwirtschaft verwendet; das waren 4 200 t oder 1,0 % weniger als im Vorjahr. Damit gingen 23,9 % des insgesamt angefallenen Klärschlamms im Bundesgebiet in die Landwirtschaft. Vor fünf Jahren hatte diese Menge noch bei 567 187 t gelegen, was einem Anteil von 29,1 % entsprach.

Am meisten Klärschlamm wurde 2016 erneut auf niedersächsischen Feldern ausgebracht, und zwar rund 81 000 t. Auf dem zweiten Platz rangierte Nordrhein-Westfalen mit 57 880 t. Jeweils mehr als 50 000 t wurden zudem in den Bundesländern Rheinland-Pfalz, Hessen und Schleswig-Holstein von den Bauern als Dünger verwendet. Gemessen am gesamten Klärschlammaufkommen war die Verwertung über die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein mit 68,5 % am höchsten, gefolgt von Mecklenburg-Vorpommern mit 67,0 % und Rheinland-Pfalz mit 64,2 %.

Die größte Menge an Klärschlamm, nämlich 1,14 Mio t oder 64,5 %, wurde 2016 in Deutschland in Verbrennungsanlagen entsorgt. Der Anteil des Klärschlamms, der im Berichtsjahr bei der Kompostierung und im Landschaftsbau bei der Rekultivierung von Flächen eingesetzt wurde, lag mit einer Gesamtmenge von 169 400 t bei 9,6 %. Die auf diese Weise genutzte Menge hat im Vorjahresvergleich am deutlichsten abgenommen, nämlich um 10,9 %. Insgesamt wurden 2016 im Bundesgebiet rund 1,77 Mio t Klärschlamm aus kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen entsorgt; das waren 1,7 % weniger als im Vorjahr. AgE
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Der Bundestag wird sich in dieser Woche eingehend mit dem Thema „Glyphosat“ befassen. Am morgigen Dienstag beschäftigt sich das Plenum zunächst auf Antrag der Linksfraktion in einer Aktuellen Stunde mit der von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt veranlassten Zustimmung zur fünfjährigen Zulassungsverlängerung. An Nachmittag stehen drei Anträge auf der Tageordnung, bei denen es um Schlussfolgerungen aus der beschlossenen Zulassungsverlängerung geht. Nach einer 45‑minütigen Aussprach sollen die Anträge zur weiteren Beratung in den Hauptausschuss überwiesen werden.

Die Grünen fordern in ihrem Antrag, den Glyphosatausstieg jetzt einzuleiten. In die gleiche Richtung zielt die Vorlage der Linksfraktion ab, die glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel in Deutschland verbieten und als Sofortmaßnahmen weitere Anwendungseinschränkungen erreichen will. Die FDP fordert die Bundesregierung auf, eine nationale Strategie für den Umgang mit dem Herbizidwirkstoff vorzulegen.

Der Bundesrat wird sich auf seiner Sitzung am kommenden Freitag mit dem von Thüringen eingebrachten Entschließungsantrag „Anwendungsregelungen Glyphosat“ befassen. Darin soll die Bundesregierung aufgefordert werden, spezielle Anwendungsregeln für den Pflanzenschutzmittelwirkstoff zu erlassen, um den Schutz der Biodiversität zu gewährleisten. Unter anderem wird in dem Antrag ein Verbot von Glyphosat zur Vorerntebehandlung gefordert. AgE
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